Alles über den Rasierhobel

Wenn ihr euch gerne nass rasiert, darf der Rasierhobel, als echte Alternative zu den Systemrasierern nicht fehlen. Auch wenn dieser zunehmend aus der Mode geraten ist, versprüht er dennoch einen gewissen Charme und hat an seinen Eigenschaften mit der Zeit natürlich nichts verloren.

Viele spüren bei dem Anblick eines Rasierhobels erst einmal, eine gewisse Vorsicht und haben gleichzeitig das Vorurteil sich mit diesem Gerät schneller und heftiger verletzen zu können. Die Klingen für einen Rasierhobel habt ihr bestimmt schon einmal im Badezimmer bei euren Eltern oder Großeltern gesehen. Diese hauchdünnen, eckigen, sehr scharfen Klingen mit einer Aussparung in der Mitte. In der Kindheit haben wir von unseren Eltern unzählig male gehört, dass die Rasierklingen und der Rasierer nicht in die Hände von uns Kindern gehören. Und was wir in der Kindheit gelernt haben, ist natürlich tief in uns verankert und so dauert es sehr lange, bis man dieses hinterfragt. Da wir Männer heute, keine Jungen mehr sind, können wir natürlich mit dem Rasierhobel umgehen oder es lernen.

Rasierhobel, Aufbau und Unterschiede

Ursprünglich sollte die Erfindung des Rasierhobels das Rasieren sicherer machen, da in dieser Zeit überwiegend Rasiermesser für die Nassrasur zum Einsatz kamen. Witziger weise wurde der Rasierhobel in dieser Zeit “Sicherheitsrasierer” genannt. Da Rasierhobel nicht gleich Rasierhobel ist, erfahrt Ihr erst einmal mehr über die Konstruktion.

Länge und Gewicht

Das Eigengewicht ist für die Rasur besonders wichtig, da nicht mit zu viel, bzw. gar keinem Druck rasiert werden sollte, um Verletzungen zu vermeiden und ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ein größeres Gewicht erleichtert die Handhabung bei der Rasur. So wird der Rasierhobel optimal über die Haut geführt.

Die Länge des Griffstücks hat keine direkte Auswirkungen auf die Rasur, jedoch können sich hier Männer mit großen Händen einen etwas längeren Stiel gönnen. Was die Handhabung und die Sicherheit, dass der Rasierhobel auch gut in der Hand liegt, erhöht. Männer mit kleinen Händen können natürlich einen kleinen Griff wählen…;)

Geschlossener oder offener Kamm

Beim Rasiernobel wird die Halterung der Rasierklinge als Kamm bezeichnet. Er schützt die Haut vor der Rasierklinge. Unterschieden werden dabei der geschlossene und der offene Kamm.

Beim geschlossenen Kamm liegt die Rasierklinge etwas erhöht hinter dem Kamm, der vom Grund her nur noch ein Bügel ist. Dabei entsteht ein sogenannte Seifenspalt. Mit der Größe dieses Seifenspaltes könnt Ihr einstellen, wie Sanft die Rasur für eure Haut ist. Gleichzeitig wird diese allerdings auch nicht mehr so gründlich. Mit einem großen Seifenspalt ist der Rasurwinkel variabler und die Rasierklinge kommt stärker in Kontakt mit eurer Haut. Was zwangsläufig eine größere Verletzungsgefahr bedeutet. Im Umkehrschluss rasiert ihr mit einem kleinen Spalt deutlich sanfter, aber eben auch nicht mehr so gründlich. Grundlegend sind die Rasierhobel mit geschlossenem Kamm sanfter zur Haut, als diejenigen mit offenem Kamm.

Bei dem offenen Kamm liegt die Rasierklinge auf einem leicht gebogenen Zahnkamm auf. So können Seife und abgeschnittene Haarreste nach unten austreten und  die Klinge bleibt immer frei. Diese Rasur kommt der mit einem Rasiermesser am nächsten. Das zeigt sich auch im Vorteil des offenen Kamms, der Gründlichkeit. Was sich bei einem sehr starken Bartwuchs oder wenn man sich nur alle paar Tage rasieren möchte schon bemerkbar macht. Die “Haken” des Kamms kratzen im übrigen nicht über die Haut. Wenn dies geschieht, ist der Rasierwinkel zu steil oder der Druck auf den Rasierhobel ist zu hoch. Bitte immer beachten der optimale Rasierwinkel zwischen Haut und Rasierklinge beträgt 30 Grad. Heben Sie einfach das Griffende etwas mehr an bis Sie kein kratzendes Gefühl mehr auf der Haut verspüren. So wird der ideale Winkel erreicht und der Rasierhobel gleitet angenehm über die Haut. Es erfordert jedoch auch etwas mehr Geschick. Wird hier zu fest aufgedrückt, fließt auch schneller mal Blut.

Wechselmechanismus der Rasierklingen

Klassisch besteht ein Rasierhobel aus meistens  3 Teilen, dem Griff, der Grundplatte, dem Rasierkopf und der Rasierklinge. Durch Drehen des Griffstücks wird der Rasierer in seine Einzelteile zerlegt und ein frisches Rasierblatt kann in den Hobel eingesetzt werden.

Manche Rasierer funktionieren nach dem gleichen Prinzip, bestehen jedoch aus nur 2 Teilen. Davon abweichend ist der Klingenwechsel nach dem Butterfly-Mechanismus besonders komfortabel: Das Griffstück wird gedreht, der Rasierkopf, welcher aus zwei Teilen besteht, öffnet sich flügelartig nach oben. Ohne in seine Bestandteile zerlegt werden zu müssen, kann so eine neue Rasierklinge eingelegt werden.

Material und Design

Die Rasierplatte und der Rasierkopf eines Rasierhobels bestehen in der Regel aus Metall. Da beim Rasieren mit Wasser gearbeitet wird, macht das aus Sicht der Haltbarkeit und der Korrosionsbeständigkeit schon Sinn. Bei den Griffstücken werden auch häufig Kunststoffe oder edle Höre verwendet. Viele Rasierhobel versprühen einen antiken und stilvollen Charme. Auf dem Markt findet Ihr aber auch moderne oder minimaoistische Modelle. Die persönliche Präferenz und die ganz individuelle Note sind hier Geschmacksache.

Vergleich Rasierhobel – Systemrasierer

Im direkten Vergleich zu den heutigen Systemrasierern ist diese Rasierer Art von ihren Abmessungen etwas größer und klobiger. Beiden gemein ist, dass die Rasierklingen gewechselt werden können.

Vorteile vom Rasierhobel:
  • rasieren gegen den Bartwuchs, etwas ruppig
  • nur 3 Klingen